USfine Rangierlayout Waldenburg 2023

Am Anfang steht eines genialste Treffensbilder die mir je untergekommen ist! Andreas Rittershofer hatte den genialen Blickwinkel gefunden und beide Arrangements der Waldenburg-Treffens auf einem Fotos vereint: Im Vordergrund der Erzhafen von Jans Stahlwerk im AmericaN-Layout, im Hintergrund 7th-Street mit der Albers Mill des USfine-Layouts. Vielen Dank an Andreas, dass ich das Bild hier verwenden darf!

Nach längerer Abstinenz gibt es eine Neuauflage von US-fine für alle Freunde der etwas feineren US-Modellbahn in Waldenburg. Es sind neue Leute dazu gekommen, aber auch altbekannte Module wie Youngstown – mit neuem Besitzer – waren dabei. 

Youngstown

USfine bedeutet nicht eine Fixierung auf Radsatznormen, es stehen vielmehr allgemeine Qualtätskriterien in Vordergrund: Gestaltete Module (bis auf den Ersteinsatz Golden State Lumber durchgehalten), hochwertiger, durchgehend gealterter Fahrzeugpark passend zur gewählten Epoche modern etwas 2005 – 2015.

Arrangement-Plan, der Rest der kleinen Halle war das AmericaN-Ranierlayout

Arrangement

Das Arrangement bestand aus dem Fiddle-Yard Pattonville, der leider etwas kürzer als sonst ausgefallen war, weil ich leider ein Teil zu Hause vergessen hatte. So wurden halt die Ausgangszüge auf 4 Gleise bereit gestellt und dann bei der Abfahrt zusammen rangiert.

Dann ging es über die Winnemucca-Curve nach Youngstown.

Dort ist in modernen Zeiten nur noch ein Anschliesser aktiv – Accampo handelt mit landwirtschaftlichem Equimpent für Ost- und Weinanbau. Die Packing Houses sind nicht mehr im Betrieb und die Shortline nutzt das Gleis zum Abstellen momentan nicht benötigter Wagen. Solche Storrage-Tracks sind heute ein netter Nebenverdienst für Shortlines und bringen den einen oder anderen Wagen bzw. Wagengattungen aufs Arrangement, für den es keinen Anschliesser gibt.

Die Packing-Houses sind in modernen Zeiten nicht mehr in Betrieb, das Gleis wird als Storrage genutzt.


Weiter ging es über die markante CCT-Brücke auf die San Louisa Line. Am dortigen Abzweig war der noch ungestaltete Neubau Golden State Lumber angeschlossen. Wie der Namen schon sagt wurde dort Lumber in Centerbeams und großvolumigen Boxcars angefahren. Die Bedienung von Youngstown und Golden State Lumber erfolgt von Classification Yard aus.

Der Bandit kommt von der Bedienung von Youngstown zurück

Nach der Louisa Line erreichte die Strecke Springfield mit dem markanten Street Running.

Zuführung der Class1-Railroad

Von Street Running zweigt der Classification Yard ab, der Betriebsmittelpunkt der Shortline.

Einfahrt Classification Yard, im Schuppen wartet der Bandit.
Die SJVR 107 – die ehemalige California Northern – wartet ebenfalls auf die ankommende Wagen.

In Verlängerung zum Classification Yard liegt die 7th-Street Branch, das Streckengleis dorthin wird immer wieder als Ausziehgleis benutzt, so kommen auch die Streckenloks der Class1-Railroads beim Zustellen oder Abholen der Wagen auf die NAI35-Strecke.

Vom Classification Yard aus ziehen die Streckenloks auf die 7th-Street Branch aus.

Den Anschluß der NAI35-Strecke bildet 7th-Street mit der markanten Albers Mill.

Albers Mill
7th Street

Am Streckenende liegt Central Valley Chemicals mit der Tankwagenentladung am Streckengleis.

Central Valley Chemicals

In 7th-Street hat der lokal Schrotthändler Steel Smith den ehemaligen Pier angemietet und schlägt dort mit einem Bagger Schrott aus Abrollmulden in Gondolas um. Die Absetzer-LKW bringen dauern Nachschub, und so werden mindestens 3 Gondolas am Tag beladen.

Steel Smith schlägt Schrott am ehemaligen Pier um.
Steel Smith ist froh, endlich ein Gleis anmieten zu können. Der Schrott wird mit Absetzmulden herangeschafft.

Neben dem Anschluß von Henry&Sohns geht es geradeaus am Street-Running nach Springfield Industries. Die dortigen Anschlüsse (ACME und Springfield Distribution) bekommen regelmäßig mehr Wagen als die Anschlußgleise fassen können. So muss ein Reefer bei ACME gleich Morgen zugestellt und zur Mittagszeit schon wieder abgeholt und eine neue Leerwagen dafür zugestellt werden. Auch bei Sunrise Distribution müssen untertags Wagen getauscht werden.

Der Grashüpfer rangiert in Springfield Industries.

Betrieb
Neu – bzw. bislang nur im Privattreffen im Bw Kornwestheim erprobt  – war die Konzentration auf überwiegenden Branchline-Rangierbetrieb. Ziel war: Gepflegtes rangieren (bis der Arzt kommt) mit hochwertigem, durchgehend gealtertem, epochengerechtem Fahrzeugpark. Hier gab es fast nur Rangierjobs auf der Branch – genau die Jobs die bei der SWD immer so heiß begeht sind.
Die örtliche Class1-Railroad hat die Zustellung der letzten Meile eine neu gegründeten Shortline überlassen (die aktuell einen wild zusammen gewürfelten Lokpark betreibt – Hauptsache fährt und bremst..). Die Zuführung der Class1-Railroad erfolgt vom Fiddle-Yard Pattonville zum Springfield Classification Yard. Dort macht sich die Shortline an die Zerlegung der Zugs und rangiert die einzelnen Rangierjobs zusammen.

Action im Classification Yard! Zwei Rangierloks zerlegen die ankommenden Wagen für die drei Rangierjobs.
Die UP fährt Light Power nun zurück nach Pattonville
Light Power auf der CCT-Brücke vor Youngstown

Dann starten die Locals nach Youngstown, 7th-Street und zu den Anschlüssen am Springfield Industrie. Wurden allen Anschlüsse bedient und die abgehenden Wagen zusammen rangiert geht es zurück nach Springfield Classification Yard.

Rangieren in 7th Street

Dort steht nochmals die Sortierung der Wagen nach Richtungen an bevor dann der geblockte Übergabezug nach Pattonville startet.

Der Arbeitstag bei der Branchline ist fast geschafft: Der Bandit hat sich auf das Nebengleis verzogen während die UP die Wagen für die Ampelfarben abholt. Im Hintergrund wartet schon die NS mit den Wagen für die „dunklen“ Farben.

Wir haben dann während des Betriebs schnell gemerkt, daß es sinnvoller ist, die Zuführung in zwei Züge zu teilen. Dann konnte die Rangiercrew schon mit der Zerlegung beginnen. Eine Zustellung erfolgte dann von einer westlichen Class1-Railroad, die andere von einer eher im Osten angesiedelten. Natürlich waren die Wagen aber nicht nach Zielen geblockt – sonst wäre es im Classification Yard ja zu einfach gewesen.

Die UP holt sich die Wagen für die Apfelfarben im Yard ab.
Ist die UP mit dem Apfelfarben weg gibt es etwas Platz im Yard. Die NS holt mit Unterstützung einer KGS die Wagen für die dunklen Farben ab.

Nur H0fine-Fahrzeuge?
Nein, es gab keinen dogmatischen Ansatz. Natürlich sind Code88-Radsätze bei Wagen (wo man die Radsätze offenen sehen kann) gerne gesehen, aber kein Muss. Nachdem Reboxx nicht mehr am Markt ist, sind diese inzwischen schwer zu bekommen. Einzeln Anbieter wie z.B. Exactrail bieter zwar solche an, nur passen die von der Achslänge her nicht Mal zu den eigenen Wagen. Manche Radsätze lassen sich schmäler drehen, aber nicht jeder hat Zugang zu einer Uhrmacherdrehmaschine. Bei Loks sind die Radsätze nicht so im Focus und werden in der Regeln nicht umgebaut – was ja auch Kosten spart.

Der Grashüpfer wartet neben der Einfahrt zum Yard.

Bei den Kupplungen sind nur Plastikkupplungen auf dem Index, Kadee 83 ohne den unsäglichen Vorentkupplungsbügel sind bei einem Großteil der Wagen im Einsatz, bei wenigen auch noch die No5. Die kleineren, fast maßstäblichen Kupplungen erfordern jedoch einen saubere Höhenjustierung (da hab ich mir selber die eine oder andere Schadwagenkarte geschrieben) und offenbaren bei langen Wagen so manchen Gleisbaufehler. In Summe ist jedoch ein zuverlässiger Rangierbetrieb damit möglich.

DCC
Natürlich wurden wieder keine LN-Boxen mehr aufgebaut, sondern nur mit WiFreds gefahren. Es ist schon beeindruckend wie schnell aufgebaut und betriebssicher das DCC ist, wenn man nur 3 lange LN-Kabel zwischen der Zentrale und den Booster gezogen werden müssen. Das spart massiv Zeit beim Aufbau und durch den quasi kompletten Entfall von Störungen durch die nicht vorhandenen vielen Streckverbinungen.

Ich habe die das neue Uhlenbrock LN-WiFi Interface 63860 ausprobiert, aber das war leider noch nicht tauglich. Da ist noch ein Software Update nötig. Daher wurde dann schnell wieder auf PC mit jmri und USB-LN-Interface gewechselt und damit störungsfrei das Treffen gefahren.

Fazit und Fortsetzung?
Das Betriebskonzept hatten wir ja schon im sehr kleinen Kreis im Herbst ein Privattreffen im Bw Kornwestheim durchgeführt, es hat aber auch allen, die bei der Art von Treffen nun zum ersten Mal dabei waren sehr viel Spaß gemacht hast. Fortsetzung im Jannuar 2024 – dann wahrscheinlich sogar in der großen Halle in Waldenburg ist fest eingeplant.

Nochmal der Yard mit der SD 60M der NS

Andreas Rittershofer hat das Treffen mit seiner Kamera besucht, seine Bilder sind auf Kleinbahnwiki zu finden.

Bilder?
Meine Bilder habe ich zum ersten Mal mit einen Lumix GX-80 mit Focus Stacking erstellt. Die Kamera erstellt in Form eines 4K-Films ein kurzes Video mit allen fokussierbare Schärfeebenen. Das Bild muss dann in Einzelbilder zerlegt werden (mit ffmgp) und dann mit einer entsprechenden Bildbearbeitungssoftware (Affinity 2) eine Bild aus allen Ebenen, die scharf abgebildet sind, erstellt. Für mich war es der erste Versuch, sicher noch nicht perfekt aber doch recht beindrucken. Vor allem wenn man bedenkt, dass alle Bilder aus der Hand ohne Stativ entstanden sind. Bei den Lichtverhältnissen in der Halle bedeutet dies ständig offene Blende und ISO 1250.



Gebäude für Meliwatha

Vorbildgebäude sind – vor allem in den USA – imposant groß, eine Lokomotive wirkt winzig davor. Genau so sollte die Hintergrundgebäude für das Twin-Cities-Prjekt – das inzwischen den Namen Meliwatha bekommen hat – werden. Da war auf jeden Fall Eigenbau angesagt. Die Inspiration lieferte das entsprechende Gebäude im MNNR Industriegebiet.

Das gelbe Produktions- und Lagergebäude sowie der Rohbau des Wate-Oil-Dealers

So ein Gebäude braucht Fenster, viele Fenster und filigran sollen die auch sein. Also wurde ein Aetzfilm erstellt.

Massenhaft Fenster, schon weiss lackiert.

Für die Fassade wurde auf die CNC-Fraese zurückgegriffen. Anders sind so viele Fensterausschnitte ich genau und sauber in einer Flucht hinzubekommen.

Die Fräse hat fleissig Fensteröffnungen gefraest, die Fassade entstand aus 1 mm Polystyrol.

Um die doch recht dünne Fassade zu stabilisieren wurde aus Kunststoff-Profilen eine Stützkonstruktion erstellt.

8 mm T-Profile stützen die Fassade.
L-Profile bilden den Abschluss nach unten und zu den Stirnseiten.

Um später das Gebäude selektiv beleuchten zu können wurden Etagenboeden eingebaut.

Da die genaue Anpassung an die T-Profile doch sehr aufwendig geworden wäre, wurden kleine Passstücke gefräst, die das Gebäude weiter stabilisieren und die Lichtausbreitung ins nächste Geschoss verhindern.

Nun müssten die vielen Fenster eingebaut werden.

Die Fenster wurden mit dem umlaufenden Rand in der Fensteröffnungen platziert und dann mit der ganz feinen Kanüle vorsichtig sehr sparsam mit Sekundenkleber verklebt.

Die Verglasung erfolgte mit hauchdünnen Mikroskop-Deckglaesern.

Der mittlere Teil des Produktionsgebäudes auf der Convention in Rodgau.

Für die Rampen am Lagergebäude wurden rechteckige Aussparung ausgefräst, so bekommen die Stützen mehr Halt und sind schön gleichmäßig positioniert.

So wird es stabil und gleichmäßig.
Das Lagergebäude auf der Convention in Rodgau.

Brückenbau für Meliwatha

Im linken, landschaftlich geprägten Anlagenteil wird ein Gewässer überquert

Auf der Anlage befinden sich eine ganze Menge an Brücken. Die doppelgleisige Main überquert das Gewässer jeweils aus eine Kombination aus zwei Kastenbrücken von Micro Engineering und den Hauptbrücken von H0fine/inari.pl (aus Neusilber geätzte Fertigmodelle).

Die passenden Brückenfundamente wurden individuell aus PVC-Plattenmaterial aufgebaut.

Hat Recht viel Zeit gekostet, bis alle Brückenfundament gepasst haben.

Die hintere Brücke der abzweigenden Strecke ist einteilig. Dies ist eine Central Valley 150′ Pratt Truss Bridge 1820.

Der Kunststoffbausatz würde etwas verfeinern.
Neue geätzte Knotenbleche (selbst erstellt) verfeinern das Modell.
Die Zugstangen und -Bleche wurden neu aus Metall erstellt.


Auch deren Brückenfundamente wurden aus PVC-Plattenmaterial aufgebaut.

Recht viel Aufwand wurde in die Brückenschwellen gesteckt. Bei der Nebenstrecke wurde die Schwellenlage unveraendert übernommen und nur Pertinaxschwellen eingefügt, um die Leitschienen vernünftig befestigen zu können.

Bei der Main haben die Brückenschwellen einen engeren Abstand.

Recht aufwendig, war die Böschung an die Brückenfundament anzupaassen

Die Wasserfläche wurde mit Spachtelmasse etwas bewegt moduliert und dann mit verschiedenen gedeckten Blau/-Grün- und Brauntönen farblich gestaltet.

Am rechten Anlagenrand führt ein 4-spuiger Highway über die Bahnhofsgleise. Da mir die angebotenen Bausätze für eine solch große Brücke in viel zu kleine Teile gestueckelt (und damit auch zu teuer geworden wäre) habe ich die komplett selbst gebaut.

Polystyrol-Rohbau.

Die Fahrbahnplatten sind auf der CNC-Fraese graviert. Träger und Fahrbahnbegrenzung sind aus verschiedenen Kunststoffprofilen gebaut.

BNFE 19708 – Reefer

Einer meiner Lieblingswagen ist der „geflammte“ Genesis Reefer. Die weiße Farbgebung in Kombination auf den zahlreichen Roststellen und den farbenprächtigen Graffiti macht den Wagen natürlich zum Blickfang.

Eine meiner Lieblingsmodelle

Die Rostspuren entstanden mit Ölfarben. Dabei werden wasservermischbare Ölfarben (klingt unlogisch, aber es gibt diese im Künstlerbedarf…) wenig verdünnt punktuell aufgetragen und dann mit dem Wattestäbchen wieder abgenommen.

Die Prozedur wir mehrfach wiederholt und die Zwischentrocknungszeiten jeweils variiert. Je länger man die Farbe antrocknen, lässt umso erhabener und blumiger werden die Rostspuren. So bekommt man ein lebendiges Farbenspiel.

Die Graffiti sind „nur“ viel viel Arbeit. Die jeweilige Grundfarbe als Fläche malen, dann die Outlines mit Schwarz setzen. Wer die Bilder ganze genau mit dem Vorbildfoto vergleicht, wird feststellen, dass ich „mal wieder“ einfach drauf los „gemalt“ habe und damit eine geringe Längenverzerrung bekommen habe. Man kann auch die Graffiti penibel auf dem Wagenkasten mit Bleistift ganz dünn vorzeichnen.

Ich orientiere mich an der Lage der Kastenstützen, Beschriftungen, Türverschlüssen usw. Das Gesamtbild des Wagens zu erreichen ist mir wichtiger, daß nur die 4. Spitze des mittleren Graffitiblocks nicht genau mittig auf der 7 Kastensäule sitzt kann ich „aushalten“. Was aber nicht passieren darf, ist daß ein Graffiti zu hoch am Wagen sitzt (… die Sprayer haben i.d.Regel keinen Hubsteiger oder ein Fahrgerüst dabei…). Klassischer Fehler derjenigen, die einfach nur eine Decal-Graffitti auf den Wagen aufbringen, daß sie sich darüber keine Gedanken machen und zu wenig Vorbildfotos anschauen und die Decals dann rechts oben am Wagenkasten aufbringen: Da ist ja schön Platz und es wird keine Beschriftung überdeckt.

Daher suche ich mir auch IMMER ein Graffiti auf dem entsprechenden Wagentyp. Einfaches ein schönes Graffiti von eine Brücke auf einen Wagen zu malen kann ziemlich in die Hose gehen, wenn die Größenproportionen dann nicht hinhauen.

Für die anderen Wagenseite habe ich mich übrigens an dem Bild orientiert.

GNTX 297054

Das sehr schöne Exactrail-Modell der rail gon war eines meiner frühen N-Graffiti.

Wie alle Gondolas, sollte der Wagenkasten innen rostig lackiert werden. Auch bei Wagen mit gutem Erhaltungszustand, wie der rail gon, sind rostige Ladegutspuren üblich, wie man sehr schön bei dem Vorbildfotos erkennen kann. Dazu wird der Wagenkasten oben abgeklebt und innen mit einem Rostton gespritzt.

Wie bei schwarzen Wagenkasten üblich eher weniger Graffiti.

Da der Schwarzton der Wagenkastens zu hart war, habe ich den nachträglich ganz dünn mit lichtgrauer Haftgrundierung übersprüht, besser wäre es gewesen dies vor der „Graffiti-Malerei“ zu tun.

BN 287165

Bei dem Exactrail-Modell wollte ich dem Wagenkasten den „Grasgrün-Carakter“ nehmen. Der Wagen im Einsatzzeitraum nach 2006 war natürlich sehr stark ausgeblichen.

Etwas in die Jahre gekommener Box-Car

Es gibt zwei Methoden den Grundfarbton aufzuhellen und die Strahlkraft zu nehmen und so den out-of-the-box-Wagen realistisch wirken lassen:

1.) Mit der Staub- und Pigmentfarbe Grau-Schmutz und mehrfacher Anwendung mit Lösungsmittel weiße Pigmente in den Lack einzuarbeiten.

2.) Oder, wie ich es bei den BN-Wagen gemacht habe, den Wagenkasten ganz, ganz dünn mit lichtgrauer Haftgrundierung überzuhauchen. Es muss wirklich ein Hauch bleiben, sonst sieht es wie „übersprüht“ aus.

Winnemuccas Curve – neue Bogenmodule für USfine

Jede Halle hat i.d.R. 4 Ecken und das muss man irgendwie rumkomnen wenn das Arrangement eine gewisse Länge erreichen soll.

Namnensgebend für die H0-Module ist der Abschnitt der Western Pacific (heute UP) im leicht welligen Gelände irgendwo in Nevada – genauso sollten die Module werden: Einfach nur „Gegend“ (wo nicht nur ein Hund begraben ist) keine Hightlights, kein Blickfang neben den Gleisen…

Um das Ladevolumen überschaubar zu halten, wurde das Flat30-Profil verwendet – in der Ausführung ohne Damm und damit z.B. in die Santa Luisa Line einfügbar.

Rohbaukasten

So entstand eine 90°-Kurve aus 4 Modulen:Ein einzelnes Modul mit 22,5° und eine Modulgruppe aus 3 Modulen mit zusammen 67,5°. Die Modulgruppe hat auch intern Normübergänge, aber die Landschaftskontur wäre gebrochen wenn die Module vereinzelt würden, da ein kleiner Einschnitt mit wenigen cm Geländeerhöhung über die 3 Module dargestellt wird.
Die einzelnen Module sind 103,3 cm lang, an den Stirnprofilen 30 cm breit und 10 cm hoch.

Weitere 4 Rohkästen mit den gleichen Abmessungen (und damit dann zusammen eine 180°-Kurve) sind schon im Bau, diese sollten aber erst nach der Convention 2019 weitergebaut werden.

Die Schwellen sind noch hell grundiert, die Schienenprofile und Kleineisen wurden bereits dunkelbraun lackiert. Helle Rosttöne gehören auf Streckenabschnitten in den Bereich der blühenden Phantasie.

Die Modulkästen sind aus 10 mm-Pappelsperrholz und die Stirnprofile aus 12 mm-Multiplex. Warum Holz mit der Säge bearbeiten, wenn im Keller sowieso eine entsprechend große CNC-Fräsmaschine bereitsteht. So wurde alle Holzteile komplett CNC-gefräßt und z.B. als Hilfe zum Verlegen de Gleise die Mittellinie und die Schwellenaußenkanten gleich auf die Grundplatte geritzt. So wurde der konstante Bogen mit dem Radius R=2500 mm zum Kinderspiel.

Um Beschädigungen bei Auf- und Abbau zu vermeiden sind die letzten Schwellen aus Leiterplattenmaterial (H0fine 87-419) gefräßt, mit 2-Komponentenkleben aufgeklebt und zusätzlich mit kleinen Schrauben (Piko 55298) mit dem Kopfprofil verschraubt und darauf die Schienenprofile verlötet. Die Schrauben verschwinden später unter dem Schotter.

Wenn man genau hinschaut ist der in die Grundplatte eingravierte Verlauf der Schwellenköpfe erkennbar.
Ich habe mir noch die Mühe gemacht die fehlenden Kleineisen durch von den Peco Schwellen vorsichtig mit dem Skalpell abgeschnittenen Kleineisenimmitation zu ersetzen und die Leiterplattenschwellen mit dünnen Lindenholzstreifen abzudecken. Bin gespannt wie es nach dem Schottern aussieht und ob sich der Aufwand gelohnt hat.

Das Gleisprofil ist Peco US-Code 83. Um den dunklen Farbton der Kunststoffschwellen (meine anderen Module sind mit sehr hell gebeizten Echtholzschwellen gebaut) etwas aufzuhellen wurden die Gleise komplette mit lichtgrauer Grundierung lackiert, die Schwellen mit eigens dafür gefräßten Schablonen abgedeckt und dann die Schienenprofile/Kleineisen dunkelbraun lackiert. Anschließend werden die Schwellen lasierend mit Umbra und Ockertönnen bemalt.

In mehreren lasierenden Schichten wird der Holzton aufgetragen.
Vergleich mit dem original Kunststsoffschwellenrost.

Die Module wurden technisch komplett fertig gebaut (Elektrik, Beinhalter, Haken für LN-Kabel, Modulkasten außen gespachtelt/geschliffen + Modulkastenfarbe), probegefahren und gehen dann zu Alex zur Landschaftsgestaltung. Mit der Arbeitsteilung bei USfine haben alle Module die gleichen Materialien/Farben und die gleiche Handschrift des Gestalters. Das macht das Arrangement optisch sehr homogen.

Die Gleise werden 2-fach angeschlossen, das durchgehende Stromkabel hat einen größeren Querschnitt. Die Halter für die Kabel verhindern das baumeln der Kabel beim Transport und sind – da aus Holz – nicht elektrisch leitend. Die blöden Kurzschlüsse durch zusammengestecke Kabel können beim elektrischen Aufbau sehr nervig sein. Die 20er-Alu-Beine werden mit 3D-Druck-Klemmhaltern gehalten.
Die Ausgestaltung hat dankenswerterweise Alex übernommen. Hier wird die Kontur des Einschnitts angepaßt. Die folgenden Baustufenbilder: Alexander Lösch
Dann entstehen die „berühmten“ Felsen.
Und so sieht dann da Ergebnis aus.
Winnemuccas Curve 1
Winnemuccas Curve 2 (a,b,c). Nun fehlen noch ein paar Büsche und Telegrafenmasten.

Ersatzeinsatz war im Juni 2019 in Waldenburg beim USfine-Treffen.


Fahrzeuge für Twin Cities

Twin Cities modern – eine N-Anlage für die US-Convention Rodgau 2019


Alles dabei, von ein paar Krizeleien bis fast Fullkcover mit gepatchten Anschriften ist alles, wie hier bei den Gondolas, dabei.

Der Fahrzeugpark genießt, wie immer bei mir, besondere Aufmerksamkeit: Die strikt epochengerechte Fahrzeugpark ist ausnahmslos gealtert und ein großer Anteil ist vorbildlich mit Graffiti verziert. Natürlich sind diese alle Handgemalt und entsprechen genau denen der Vorbildwagen. Standard-Decals von Graffiti der bekannten Anbieter werden auf der Anlage nicht zu finden sein.


Red-Caboose Autoracks

Die Articulated-Autoracks von Atlas sind noch nicht gealtert, die Grafitti sind schon fertig.

Der GTW-Autorack hat vorbildgerecht nur ein paar Kritzeleien.

canadische Autoracks von Kato.

Highlight für die Zuschauer wird ein sehr langer Autorack-Zug sein. Gebildet aus Wagen 4 verschiedener Bauserien, die Modell natürlich vor dem der Premium-Herstellern in der Wagengattung wie Red Caboose, Atlas, Kato und Athearn.


Wagen in hellen Farben sind beliebte Zielobjekte, die Zügen mit den großen 64 Fuß Trinity Reffers werde manchmal auch als Art-Train bezeichnet.

Anders als viele Anlagenbauer habe ich mit dem Fahrzeugpark angefangen.


Nur wenige Pressure-Aids haben nix „abbekommen“

Box-Cars werden natürlich auch dabei sein.

Schon gealtert, Graffiti fehlen noch.

Lokomotiven

Die Twin-Cities werden von praktisch allen Class 1- Railroads angefahren. Daher sind dort, anderes als in anderen Gegenden der USA ein recht bunt gemischter Lokpark eher die Regels als die Ausnahme. Beim heute üblichen Lok-Pooling werden Lok völlig freizügig eingesetzt. Da fährt dann ein BNSF-Zug mit eine NS-, einer UP und einer CSX-Lok oder ein UP-Zug mit einer BNSF- einer NS- und einer CN-Lok durch die Lande……


Nicht zu vergessen – der Lokpark. Dieser ist natürlich regional geprägt.

Platzhirsch vor Ort ist einerseits die BNSF (ex. NP) und die SOO/CP (ex. MILW). Bei der Übernahme der MILW durch die SOO gehörte diese schon der CP und ist heute als als 100-%-Tochter der CP für die US-Aktivitäten zuständig. Im dargestellten Zeitraum ist keine betriebliche Trennung zwischen der SOO und CP erkennbar. Ebenfalls zu CP gehören lokale Class II-Railroads wie die DME (Dakota, Minnesota and Eastern Railroad) und die IC&E (Iowa, Chicago and Eastern Railroad).

Weiterhin berühren u.a. die UP und CN mit eigenen Strecken die „Twin Cities“

Die Class 1-Railroads haben sich größtenteils aus der Feinverteilung der Wagen auf die Anschließer zurückgezogen und dies lokalen Gesellschaften überlassen. In den Twin Cities aktiv ist die MNNR (Minnesota Commercial Railway) mit ihrem Lokpark u.a. aus Alcos.